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Vielleicht haben Sie sich schon mit uns auf die Reise durch die Geschichte des Briefkastens begeben und entdeckt, wie der Alltagsgegenstand, der für uns so normal ist wie eine Türklingel an der Hauswand, überhaupt entstanden ist. Wen nicht, dann empfehlen wir Ihnen natürlich die Lektüre. Heute gibt es Briefkästen in vielen unterschiedlichen Materialien, Formen und Größen, so dass ein jeder sich seinen ganz persönlichen Favoriten aussuchen kann. Manch begabter Heimwerker greift vielleicht auch zum Werkzeug und baut sich den Briefkasten selbst. Die wenigsten wissen, dass es trotz aller Individualität durchaus Normen und Richtlinien zur Größe und Beschaffenheit von Briefkästen gibt. Aber auch wenn Sie den Briefkasten anbringen wollen, gibt es noch einige Sachen zu beachten. Welche das sind, das wollen wir Ihnen heute erläutern. Wir wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Regeln für das Briefkasten anbringen

Ein Briefkasten drückt genauso wie unsere Hausnummer und die Türklingel unsere Persönlichkeit aus. Nicht umsonst werden diese drei wichtigen Utensilien an unserer Haustür zusammenpassend gekauft und sogar im Set angeboten. Wenn Sie den idealen Briefkasten gefunden haben, muss er nur noch angebracht werden. Das ist meist gar nicht schwer. Die Montageanleitung und das Material wird mitgeliefert und das Anbringen des Briefkastens ganz schnell erledigt. Bevor Sie Ihren neuen Briefkasten anbringen, sogar schon, bevor Sie ihn kaufen, sollten Sie sich aber gründlich informieren. Die Größe und Beschaffenheit eines Briefkastens ist nämlich durchaus normiert. Außerdem gelten einige Vorschriften, die man bei der Anbringung hinsichtlich des Standortes für den Briefkasten beachten sollte. Im schlimmsten aller Fälle wäre nämlich der Zusteller dazu berechtigt, die Post einfach wieder mitzunehmen, statt sie in Ihren Briefkasten zu stecken.

 Briefschlitz im Breifkasten

Die richtige Größe für den Briefkasten

Ehe man sich einen Briefkasten kauft, gilt es, die Größe des Kastens aus zwei Sichtweisen zu beleuchten. Zum einen sollten Sie Ihre persönlichen Ansprüche an die Größe beachten. Wie viele Sendungen bekommen Sie so ungefähr? Sind oft Buchsendungen oder kleinere Päckchen dabei, die praktischerweise in einen großen Briefkasten auch eingesteckt werden könnten? So würden Sie sich den Weg zur Post sparen, sollte der Zusteller Sie nicht antreffen. Außerdem sollten Sie abwägen, wie oft Sie den Briefkasten leeren können. Sind Sie häufig nicht zu Hause, vielleicht Berufspendler und können den Briefkasten nur am Wochenende leeren? Auch dann empfiehlt sich ein etwas größeres Exemplar.

Zum anderen sollten Sie beachten, dass es eine Norm für Briefkästen (DIN EN 13724) gibt. Sie brauchen aber nicht gleich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die Norm ist wirklich simpel. Sie orientiert sich an der Größe eines C4-Umschlages. C4 bedeutet eine Größe von 22,9 x 32,4 Zentimetern. Sowohl in den Einwurfschlitz als auch das Innere des Kastens soll ein Brief dieser Größe ohne Probleme, ohne Knicken, Falten und Zerdrücken hineinpassen und schon ist die DIN-Norm erfüllt. Der Einwurfschlitz sollte zwischen 30 und 35 Millimeter hoch sein. So passen auch dickere Sendungen hinein, aber Langfinger haben keine Chance, etwas aus dem Briefkasten herauszuholen. Zudem muss sich der Schlitz für den Einwurf der Postsendungen in einer Höhe von 70 bis 170 Zentimetern befinden. Hiermit gleiten wir schon elegant hinüber in die Hinweise zum Standort des Briefkastens.

Der richtige Standort für den Briefkasten

Auch der Standort für einen Briefkasten ist in der europäischen DIN-Norm geregelt. Nicht nur die Einfachheit des Einwerfens muss gewährleistet sein, sondern auch die gute Zugänglichkeit für den Postzusteller und ein ausreichender Schutz vor der Witterung und Vandalismus. Dies sind natürlich dann nur Empfehlungen und keine einklagbaren Vorschriften. Wenn Sie Ihren Briefkasten anbringen, ist es ideal, wenn er unter einem Vordach befestigt ist. So ist er auf jeden Fall vor der Witterung, Regen und Nässe gut geschützt. Bei ausreichender Größe kann dies aber auch ohne ein Vordach gewährleistet werden.

Die Stelle, an der Sie Ihren Briefkasten anbringen, bestimmt dann nicht unwesentlich auch das Material, welches Sie wählen. Besonders beliebt sind Briefkästen aus Edelstahl. Sie sind wetterfest und sehr robust. So schnell kann einen solchen Briefkasten auch keiner verformen, eindrücken oder beschädigen. Auch das Schloss sollte Vandalismus-Versuchen standhalten. Ist ein Briefkasten mit der DIN-Norm versehen, ist dieser schon auf diese Kriterien geprüft und Sie müssen sich überhaupt keine Sorgen machen.

Hinweis: Achten Sie auch darauf, dass Ihr Briefkasten keine scharfen Ecken und Kanten hat. Verletzt sich der Zusteller, ein Mieter oder eine andere Person daran, kann dies zu Schadenersatzforderungen führen.

Briefkasten anbringen – Verkehrssicherungspflicht

Die leichte Zugänglichkeit kann beispielsweise durch einen bissigen Hund – der Klassiker für den Postboten -, durch Objekte, die den Hausbriefkasten verstellen, aber auch durch vereiste und verschneite Wege behindert werden. Sind die Risiken zu groß, kann der Zusteller die Postzustellung verweigern. Noch schlimmer wird es, wenn der Postbote zum Beispiel auf einem vereisten Weg ausrutscht und sich verletzt, weil Sie Ihrer Räum- und Streupflicht nicht nachgekommen sind. Dann werden Sie dafür haften müssen.

Briefkasten anbringen – die Arten

Designbriefkasten Jena

Die meisten Briefkästen sind an der Hauswand angebracht. Aber es gibt auch die Möglichkeit, einen freistehenden Hausbriefkasten aufzustellen. Wofür Sie sich entscheiden, ist natürlich ganz Ihnen überlassen. Welche Bedingungen der Briefkasten erfüllen muss, wissen Sie ja nun. Wir möchten Ihnen aber gern noch ein paar Worte zu den Befestigungsmethoden mit auf den Weg geben, ehe Sie nun gleich nach einem neuen Designer-Briefkasten oder einer Bauanleitung für einen Selbstbau suchen.

Briefkasten an der Hauswand anbringen

Der Klassiker, zumindest bei uns in Deutschland, ist die Montage des Briefkastens an der Hauswand. Mit Dübeln und Schrauben lässt sich der Briefkasten anbringen und hält dann einige Jahre bombenfest an der Fassade. Bei der Montage mit Schrauben sollten Sie darauf achten, dass keine Kältebrücken entstehen. Ist Ihre Hauswand gedämmt, dann verwenden Sie bitte spezielle Dübel, die für die Arbeit in Dämmstoffen konzipiert sind.

Eine weitere Möglichkeit der Anbringung eines Briefkastens ist die Befestigung mit einem Montagekleber. Mit dem richtigen Kleber, der gut ausgehärtet ist, sollte ein normaler, befüllter Briefkasten problemlos hängen bleiben. Achten Sie aber auf die Tragfähigkeit des Materials, an dem Sie den Briefkasten anbringen, denn manchmal ist nicht der Kleber das Problem, sondern der Untergrund hält die Belastung nicht aus. Gerade bei gedämmten Fassaden sollten Sie also lieber zur Methode mit Schrauben und Dämmstoff-Dübeln greifen.

Briefkasten freistehend aufstellen

Ein gutes Gestell, welches durch ein solides Fundament aus Beton einen sicheren Stand bekommt, ist die Voraussetzung, um den Briefkasten freistehend aufzustellen. Legen Sie das Fundament nicht zu flach an, denn es droht Umkippgefahr. Ihr gutes Stück soll ja eine Weile Wind und Wetter trotzen und Ihren Hauseingang zieren. Für einen besseren Schutz vor Nässe und Regen eignen sich vorstehende Verkleidungen und Regenabweiser.

Sie können Ihren freistehenden Briefkasten auch mit Fußplatten befestigen. Hier arbeiten Sie wieder mit speziellen Schraubverbindungen, üblich sind Schwerlastanker. Positionieren Sie Ihren freistehenden Briefkasten möglichst mit dem Einwurfschlitz zur wetterabgewandten Seite. Wenn Sie sich für einen freistehenden Briefkasten entscheiden, achten Sie darauf, dass dieser eindeutig Ihrer Hausnummer zugeordnet werden kann. Sonst kann es mit der Postzustellung auch wieder schwierig werden. Im Übrigen gibt es auch Vorschriften bei der Anbringung und Sichtbarkeit der Hausnummer. Lesen Sie gern nach, denn wir haben natürlich auch der Pflicht zur Hausnummer einen Blogbeitrag gewidmet.

 

Briefkasten anbringen – Das muss man beachten
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