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Taster und Schalter sind in unserem Alltag nicht wegzudenken. Wir drücken auf die Türklingel oder betätigen den Lichtschalter. Der Computer wird eingeschaltet, ein Kippschalter oder Wippenschalter setzt die Kaffeemaschine unter Strom und ein Knopfdruck macht die Alarmanlage inklusive Bewegungsmelder scharf. Alle Schalter und Taster lassen einen Strom kontrolliert fließen, ohne den so vieles in unserem modernen Leben nicht funktionieren würde. Wir wollen uns deswegen heute vor allem die Taster genauer ansehen und einige Einsatzmöglichkeiten für die verschiedenen Typen vorstellen.

Der Unterschied zwischen Taster und Schalter

Bevor es richtig losgeht, müssen wir aber den Unterschied zwischen Taster und Schalter erläutern. Allzu oft werden beide verwechselt und vor allem manche Taster als Schalter angesehen. Auch wenn beide zum kontrollierten Fließen von Strom betätigt werden, ist dennoch ein Taster kein Schalter und andersherum. Ein Schalter behält nach dem Betätigen seine Stellung bei. Ein Taster springt wieder in seine Ausgangsstellung zurück. Er dient also nur als Impulsgeber. Dies wird meist mit einer mechanischen Feder realisiert. Es ist also der reine Mechanismus, der dahintersteht, welcher beide voneinander unterscheidet. Rein optisch muss es nicht zwingend einen Unterschied geben.

Um wirklich korrekt zu bleiben, wollen wir aber noch erwähnen, dass auch der Taster streng gesehen ein Schalter ist. Es hat sich aber eingebürgert, um Verwechslungen zu vermeiden, den Schalter, der nach dem Betätigen wieder in seine Ausgangsstellung zurückspringt, als Taster zu bezeichnen. Die korrekte Bezeichnung für diese Art der Schalter wäre also Tastschalter. Schalter müssen betätigt werden, meist durch die Aufwendung einer Kraft. Die gebräuchlichsten Schalter sind Kippschalter, Wippenschalter oder Schiebeschalter. Vereinzelt kommen noch Drehschalter vor, meist als Dimmer für Licht. Früher waren Drehschalter als Lichtschalter durchaus üblich. Es gibt aber auch Fußschalter, zum Beispiel bei der Nähmaschine.

Drehschalter und Taster

Doch nicht nur durch Kraft kann ein Schalter oder Taster betätigt werden, sondern auch noch durch weitere Einflüsse. Manche benötigen einen Stromfluss (Relais), andere eine Lageänderung (die Flüssigkeitsschalter), eine Temperaturänderung (Bimetall) oder sogar ein Magnetfeld (Reedkontakt), um den Schaltzustand zu ändern. Schalter stellen also eine leitende Verbindung (Strompfad) zwischen einem beweglichen und einem starren Kontakt her. Im Folgenden wollen wir uns nun mit den Tastern beschäftigen, die unterschiedliche Schaltungen realisieren können.

Der Taster als Wechsler, Öffner und als Schließer

Taster gibt es als Öffner, Schließer und als Wechsler. Besonders häufig kommt er als Schließer zum Einsatz. Betätigt man den Taster, schließt er einen Stromkreis. Nur solange, wie Sie ihn drücken, Sie erinnern sich. Funktioniert der Taster als Öffner, dann ist der Stromkreis grundsätzlich geschlossen und wird durch das Betätigen unterbrochen. Ein Wechsler kann beides – Schließen und Öffnen – und ist daher universell einsetzbar. Beim Wechselschalter rastet der Kontakt bei jedem Betätigen ein. Sie können es sich wie bei einem Kugelschreiber vorstellen. Bis zum nächsten Drücken bleibt der Kontakt nun verbunden. Solch einen Taster kann man eigentlich fast schon wieder als Schalter bezeichnen. Sie sehen, wie verwirrend die große weite Welt der Schaltgeräte sein kann.

Taster als Öffner Schließer Wechsler

Eine weitere Ausführung des Tastschalters ist der Doppeltaster. Zwei Tasten teilen sich hier einen Schalter, meist in Form einer Doppelwippe. Um dessen Funktionsweise zu verstehen, sehen wir uns einen Taster genauer an.

Taster von Innen

Viele Taster, wie auch der in unserem Bild, haben nur zwei Klemmen. Eine dient als Eingangsklemme und eine als Abgangsklemme. Eine dritte Klemme gesellt sich dazu, wenn zum Beispiel noch eine Leuchte in den Schalter mit eingebaut ist. Sie kennen sicher die Lichtschalter in Hausfluren, deren Taste leuchtet, wenn das Licht im Flur leuchtet. So findet man auch im Dunkeln sicher und schnell den Lichtschalter. Das Prinzip funktioniert natürlich auch andersherum, sodass die Beleuchtung anzeigt, wenn etwas an ist und nicht aus. Diese dritte zusätzliche Klemme ist der Neutralleiter (N-Klemme).

Die Doppeltaster nun haben zwei Schließer. Diese sind entweder mit einer Eingangsklemme und zwei Abgangsklemmen ausgerüstet oder haben zwei getrennt voneinander arbeitende Schließer mit jeweils einer Eingangs- und Abgangsklemme. Mit einem solchen Doppeltaster können mehrere Verbraucher (Geräte, Lampen etc.) angesteuert und kontrolliert werden.

Einsatz und Anwendungsbeispiele für Taster

Soviel zur Theorie der Schalter und Taster. Schauen wir uns jetzt noch ein paar praktische Anwendungen für Tastschalter an.

Taster als Öffner in der Praxis

Als Öffner findet man Tastschalter nicht allzu häufig. Eine mögliche Anwendung findet man bei Schaltungen bei Bewegungsmeldern. Bewegungsmelder funktionieren bekanntlich nur in einem gewissen Umkreis. Doch oft will man auch unabhängig von der Bewegung und der Helligkeit des Lichtes einen Schalter für die Bedienung des Lichtes haben. Dann schaltet man den Taster als Öffner in die Zuleitung zum Bewegungsmelder. Betätigt man nun die Taste, dann wird kurzzeitig die Stromzuführung zum Bewegungsmelder unterbrochen. Lassen Sie nun den Taster wieder los, bekommt der Bewegungsmelder wieder Strom und geht in die Testphase. Das Licht leuchtet solange, wie Sie die Zeit am Bewegungsmelder eingestellt haben. Grundvoraussetzung für eine solche Schaltung ist natürlich, dass Ihr Bewegungsmelder eine solche Testphase hat.

Taster als Schließer – Anwendungsbeispiele

Als Schließer kommen die Taster in der Elektroinstallation am häufigsten vor. Der Klassiker ist ganz sicher die Haustürklingelanlage. Bei der Klingelschaltung wird der Tastschalter, also der Türklingelknopf, in den Stromkreis zwischen Klingeltrafo und der eigentlichen Klingel geschaltet. Drücken Sie nun auf den Knopf, dann läutet die Klingel und Sie werden eingelassen. Beim Loslassen hört es auf zu klingeln. Wie Sie eine Türklingel installieren lesen Sie natürlich auch bei uns im Blog. Und wenn Sie noch eine neue Türklingel kaufen wollen oder müssen, ehe Sie sie installieren können, dann schauen Sie sich doch in unserem großen Angebot im Tuerklingel-Shop um.

Bei mehr als zwei Schaltstellen ist der Tastschalter als Schließer nahezu perfekt. Wenn Sie das Licht an mehreren Stellen einschalten wollen, brauchen Sie für die Installation noch ein Relais. Der Stromstoßschalter bekommt vom Tastschalter den Impuls und ändert die Schaltstellung. Drücken Sie also die Taste, geht zum Beispiel das Licht an. Drücken Sie nun beispielsweise, wenn Sie die Treppe im Hausflur hoch gelaufen sind, wieder eine Taste an dem dort angebrachten Schalter, wird wieder ein Impuls gesendet und das Licht geht wieder aus. Besonders praktisch ist das zum Beispiel auch im Schlafzimmer. Dann müssen Sie nicht nochmals aufstehen, um das Licht auszuschalten und sich dann vorsichtig im Dunkeln zum Bett manövrieren.

Es gibt ganz sicher noch viele weitere Möglichkeiten, wie Taster in der Praxis eingesetzt werden können. Zum Beispiel verwendet man sie auch in Treppenhäusern oder an anderen Orten, wo das Licht nach einer gewissen Zeit wieder ausgehen soll. Dafür wird ein Treppenlicht-Zeitschalter mit einer Tasterschaltung eingesetzt. Dieser Schaltung und dem Treppenlicht widmen wir uns aber in einem separaten Artikel. Wir hoffen, dass dieser Beitrag aus der Welt der Schalter Ihnen gefallen hat und vielleicht haben Sie sogar noch etwas dazugelernt. Das würde uns sehr freuen!

 

Taster und Schalter – Unterschiede und Anwendungen
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